26.01.2026

Praxiswäsche in der Zahnarztpraxis – was du beachten musst

Viola Milde,

Praxiswäsche in der Zahnarztpraxis – was du beachten musst

Viele Praxisteams kennen es noch: Am Feierabend wird die eigene Praxiskleidung mit nach Hause genommen, gewaschen und wieder zurückgebracht. Dieses Vorgehen ist allerdings laut aktueller Gesetzeslage nicht mehr zulässig. Die Aufbereitung von kontaminierter Praxiswäsche gehört in die Praxis selbst oder in eine zertifizierte Wäscherei, nicht in den privaten Haushalt.

Warum das wichtig ist

Während der Behandlung gilt deine Praxiskleidung grundsätzlich als kontaminiert, da sie mit Aerosolen und Keimen in Kontakt kommt. Gleiches gilt für Kleidung, die im Aufbereitungsraum ohne Schutzkittel getragen wird. Damit du auf Inspektionen vorbereitet,- und auch persönlich auf der sicheren Seite bist, müssen Hygienestandards nachweislich eingehalten werden.

Zwei Wege zur richtigen Aufbereitung

Es gibt zwei zulässige Möglichkeiten, die als kontaminiert geltende Praxiswäsche hygienisch korrekt zu reinigen:

1.    Externe Reinigung:  
Du lässt die Wäsche in einem RABC-zertifizierten Reinigungsbetrieb (RAL-GZ 992/2) aufbereiten.  
Vorteil: Kein Aufwand mit eigener Maschine oder Personal.  
Nachteil: Höhere Kosten und längere Laufzeiten.

2.    Interne Aufbereitung:  
Du nutzt eine eigene Waschmaschine oder einen Waschvolltrockenautomaten in der Praxis.  
Dabei muss eine thermische Desinfektion bei über 90 °C oder eine chemothermische Desinfektion (bei z.B. 30° bis 60°C) mit zugelassenem, desinfizierendem Waschmittel erfolgen.  

Das Verfahren muss mindestens einmal jährlich überprüft werden – z. B. mit dem sogenannten Läppchentest, der im Labor mikrobiologisch ausgewertet wird. Dieses Ergebnis dient als Nachweis gegenüber Behörden.

Hygiene und Arbeitsschutz

Beim Umgang mit kontaminierter Wäsche trägst du Einmalhandschuhe. Die Schmutzwäsche wird in desinfizierbaren Sammelbehältern oder Säcken aufbewahrt und geschlossen transportiert.  

Nach dem Waschen solltest du das Innere der Maschinentür kurz desinfizieren, bevor du die saubere Kleidung entnimmst.
Eine Arbeitsanweisung, in der du die genauen Arbeitsschritte, sowie auch Wäschemenge, Temperatur, Programmwahl und Menge des desinfizierenden Waschmittels beschreibst („Waschflottenverhältnis“), damit es bei jeder Wäsche eben auch eine Desinfektion ergibt und nicht nur „Entfernung von Flecken“.

Fazit

Private Reinigung von kontaminierter Praxiswäsche ist passé. Sorge dafür, dass deine Arbeitskleidung entweder in einer zertifizierten Wäscherei oder innerhalb der Praxis mit geprüftem Desinfektionsverfahren aufbereitet wird. So schützt du nicht nur dich und dein Team, sondern erfüllst auch alle hygienerechtlichen Anforderungen und bist bei Praxisbegehungen auf der sicheren Seite.

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Viola Milde

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